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    So sieht die Interimslösung für das Spital Waldshut aus

    Bis das neue Zentralklinikum gebaut und bezugsbereit ist, braucht es eine Übergangslösung für das Spital Waldshut, damit die medizinische Versorgung der Kreisbevölkerung sichergestellt werden kann. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zum geplanten Anbau des Spitals in Waldshut.

    • Warum braucht es den Anbau des Waldshuter Spitals?
      Das geplante Zentralklinikum soll gemäß Planung in zehn Jahren bezugsbereit sein. In diesen zehn Jahren muss das Spital Waldshut die stationäre medizinische Versorgung gewährleisten können. Dafür sind unter anderem auch Sanierungsmaßnahmen notwendig. Im Zuge der Planung, die medizinische Versorgung zu verbessern, haben sich zwei Alternativen aufgetan, sodass Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Schlaudt vor der Entscheidung stand: aufwendige Sanierung einzelner Stationen im laufenden Betrieb ohne Fördermöglichkeiten seitens des Landes oder ein förderungsfähiger modularer Anbau ohne erhebliche Störungen. Ersteres hätte zu einer deutlichen Mehrbelastung durch Lärm und Änderungen für die Patienten und das Personal geführt, weshalb er sich für eine Interimslösung in Form eines Anbaus entschlossen hat. Zudem sind die Kosten eines Anbaus im Gegensatz zu einer Sanierung im Bestand besser kalkulierbar. Im Weiteren geht es darum, den Anschluss an die medizinische Entwicklung nicht zu verpassen. Mit den heutigen Gegebenheiten des Waldshuter Spitals wäre dies nicht zu gewährleisten. Eine Aufstockung der bestehenden Betten erfolgt durch diese Lösung nicht.
    • Was kann durch den Anbau inhaltlich erreicht werden?
      Durch den Anbau wird das Spital Waldshut nicht nur baulich ertüchtigt, auch lassen sich innerbetriebliche Prozesse verbessern und optimieren. So werden dort künftig alle betreuungsintensiven und überwachungsintensiven Patienten zusammengefasst und somit die gesamte Intensivmedizin auf ein neues Qualitätslevel gehoben. Ebenso wird eine Verbesserung der Patientenunterbringung erreicht. Nur ein ertüchtigtes Spital kann den medizinischen Standard halten, zukunftsfähig bleiben und somit die bestmögliche Versorgung für die Patienten im Landkreis Waldshut gewährleisten.
    • Warum konnte das Krankenhaus in Bad Säckingen nicht diese Übergangsfunktion wahrnehmen?
      Ein funktionierender Klinikbetrieb war in Bad Säckingen leider nicht mehr möglich. Vor allem der akute Personalmangel, aber auch Mängel in der Infrastruktur, zwangen zum Handeln. Der Investitionsbedarf hätte höher gelegen als der Anbau in Waldshut. Unabhängig von den Investitionen war ein Betrieb am Standort Säckingen aber aufgrund der Personalengpässe nicht mehr verantwortbar. Deshalb hat der Kreistag in seiner Sitzung vom 08.11.2017 die Schließung vom Krankenhaus Bad Säckingen beschlossen und sich gleichzeitig für investive Maßnahmen für das Spital Waldshut ausgesprochen.
    • Wie viele Kosten verursacht der Anbau?
      Laut Berechnungen werden die Kosten für den Anbau bei ca. 12 Millionen Euro und somit gut der Hälfte der insgesamt 24,4 Millionen Euro für die Gesamtertüchtigung des Spitals Waldshut liegen. In den 24,4 Millionen Euro stecken weitere Maßnahmen, wie beispielsweise die Modernisierung der IT-Infrastruktur sowie die Ertüchtigung des Brandschutzes. Davon tragen der Spitalfonds Waldshut und die Stadt Waldshut-Tiengen, als ehemaliger Mit-Gesellschafter der Hochrhein GmbH, rund 14 Millionen. Den Rest trägt der Landkreis, so wie es der Kreistag am 08.11. 2017 beschlossen hat. Außerdem bekommen die Spitäler Hochrhein GmbH für den Anbau voraussichtlich nicht unerhebliche Fördermittel durch das Sozialministerium.
    • Wie soll der Anbau aussehen?
      Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude, das auf Stelzen über dem Haupteingang des Spitals errichtet werden soll. Nach Schließung des Waldshuter Spitals (sprich: wenn das Zentralklinikum bezugsbereit ist) kann dieser Anbau wieder rückgebaut werden. Die Intensivmedizin soll im ersten Obergeschoss angesiedelt sein. Zudem werden alte Betten gegen neue ausgetauscht. Durch den Anbau soll eine spürbare, qualitative Verbesserung entstehen, die den Erfordernissen der nächsten zehn Jahre standhält.
    • Wie sieht der Zeitplan aus?
      Die Fördermittel für den Interimsanbau des Waldshuter Spitals sollen noch dieses Jahr beim Sozialministerium beantragt werden. Der Anbau ist lediglich ein Zwischenschritt auf der Zeitachse, an deren Ende die Einweihung des neuen Zentralklinikums steht. Derzeit finden noch Standortprüfungen für das Zentralklinikum statt. Die Raum-und Funktionsplanung soll bis Ende Jahr abgeschlossen sein.