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    Ob Krankheit oder andere lebensverändernde Situationen - vielen Betroffenen hilft der Austausch mit anderen Menschen, die dasselbe erleben. Hier kann KISS weiterhelfen. Hinter dieser Abkürzung steht die Kontakt-und Informationsstelle für Selbsthilfe des Landkreises Waldshut.

    Nicole Schäfer leitet die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe des Landkreises Waldshut – kurz KISS. Sie erklärt, wie Selbsthilfegruppen gegründet werden und wie sie funktionieren.


    Wie viele vom Landkreis unterstützte Selbsthilfegruppen gibt es derzeit?
    Derzeit gibt es ca. 68 Selbsthilfegruppen. Die Liste wurde nach der Übernahme der Stelle von der AOK im Juli letzten Jahres aktualisiert. Seit dem hat sich eine Gruppen neu gegründet, das ist eine Gruppe für Menschen mit Depressionen und Zwangserkrankungen. Es stehen derzeit zwei Gruppengründungen in den Startlöchern, das ist eine Gruppe für Angehörige von Kindern mit fetalem Alkoholsyndrom (FAS) und eine Diabetesgruppe.

    Welche Hilfsangebote bietet die Kontakt-und Informationsstelle?
    Die KISS berät Interessierte bei der Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe. Sie hilft bei der Gründung einer Gruppe und bietet Unterstützung bei organisatorischen Fragen wie beispielsweise der Suche nach Räumen für Gruppentreffen aber auch bei finanziellen Fragen zur Förderung der Gruppe. Außerdem bieten wir Fortbildungsmöglichkeiten und Austauschtreffen für Gruppenmitglieder an.

    Zu welchen Themen gibt es die meisten Selbsthilfegruppen?
    Die meisten Gruppen gibt es im Suchthilfebereich wie die AA (Anonyme Alkoholiker). Viele Gruppen gibt es auch zu verschiedenen Krebsarten. Durch die Zunahme der psychischen Erkrankungen gibt es auch hier einen großen Anteil.

    Kann Jeder eine Selbsthilfegruppe gründen? Was für Voraussetzungen muss man mitbringen? Grundsätzlich kann jeder mit einem Anliegen eine Gruppe gründen. Es muss nicht unbedingt einen gesundheitlichen Aspekt haben. Die beste Voraussetzung für einen Gruppenstart liegt darin, dass es eine oder mehrere Personen gibt, die eine Selbsthilfegruppe initiieren wollen. Natürlich braucht es zur Gründung noch andere Personen, konkret müssen mindestens sechs Personen in einer Gruppe sein, die sich regelmäßig trifft. Wichtig ist folgendes: - die Gruppenmitglieder haben das gleiche Anliegen und sind Experten in eigener Sache.

    Freiwilligkeit, d.h. Niemand darf zu einer Selbsthilfegruppe „verdonnert“ werden.
    Verschwiegenheit, d.h. was in der Gruppe gesagt wird, bleibt in der Gruppe.
    Eigenverantwortlichkeit
    Offenheit und Bereitschaft, sich mit dem eigenen Thema auseinanderzusetzen.
    Die Teilnahme ist kostenlos.

    Gibt es weitere Unterstützungsangebote?
    Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen können sich jederzeit an die KISS wenden, wenn sie Fragen haben. Auch wenn es Probleme in der Gruppensituation gibt, können sie sich Rat bei der KISS holen.

    Und das meinen die Teilnehmer Stimmen aus den Selbsthilfegruppen:
    „Schritt für Schritt in ein leichteres Leben.“ N.E. (44), Teilnehmerin in der Adipositas-Gruppe Ich hätte nicht gedacht, dass man mit anderen Menschen so ehrlich reden kann, die vor kurzer Zeit noch "Fremde" waren.“ D.B. (39) Teilnehmer bei der Depressionen-Selbsthilfegruppe. „Selbsthilfegruppe ist wie ein Stammtisch mit besten Freunden, ohne Alkohol, mit Niveau“. J.G. (47) „Ich habe festgestellt, dass es gut tut mit anderen Betroffenen zu reden. Sie können das besser nachvollziehen, kennen die Ängste, Sorgen, Probleme und haben dieselben Bilder im Kopf.“ T.M. (39) nimmt in der Gruppe Herzkinder – Kinder mit angeborenen Herzfehlern teil. „Sowohl während der Krebsbehandlung als auch danach ist der offene Umgang mit der Erkrankung ein wichtiger Bestandteil der Genesung und der Austausch untereinander in der Selbsthilfegruppe von großem Wert.“ W.R. (62)

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