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    European Energy Award

    Der European Energy Award (eea) ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für umsetzungsorientierte Energie- und Klimaschutzpolitik in Städten, Gemeinden, kommunalen Zusammenschlüssen und Landkreisen.

     

    Der eea soll langfristig in der Verwaltung des Landkreises verankert werden. Ziel ist es, durch die detaillierte Erfassung der bisherigen Arbeit sowie durch die Planung und Umsetzung weiterführender oder neuer Projekte die Energieeffizienz zu steigern und den lokalen Klimaschutz im Landkreis weiter voranzutreiben. Dabei werden die Aktivitäten erfasst, bewertet, kontinuierlich überprüft und aufeinander abgestimmt. Hier ist fachübergreifendes, modernes Verwaltungshandeln in Teamarbeit gefragt.

    Der Landkreis Waldshut hat sich mit Kreistagsbeschluss vom 07.12.2016 zur Teilnahme am eea-Programm entschieden.

    Im Juli 2017 wurde ein Energieteam gebildet, bestehend aus Vertretern der jeweiligen Fachbereiche. Teamleiterin ist die Leiterin des Umweltamtes, Waltraud Zimmermann. Unterstützt wird das Team durch Herrn Münster, eea-Berater und Geschäftsführer der Energieagentur Südwest GmbH.  
    Das Team setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedenster Bereiche zusammen (Abfallwirtschaft, Forst, Gebäudemanagement, Innerer Dienst mit Personal, Beschaffung und Fuhrpark, Kreistagsgeschäftsstelle, Medien, Straßenbau, Umweltschutz)

    Alle vier Jahre wird die Arbeit des Energieteams einer externen Auditierung unterzogen, um die erreichten Fortschritte zu quantifizieren. Erreicht der Landkreis 50 % der möglichen Punkte, wird der eea verliehen – bei min. 75 % der Punkte winkt der eea in Gold.

    Wichtigstes Werkzeug des EEA ist ein Maßnahmenkatalog, der sich in sechs Aufgabenfelder unterteilt:

    1. Entwicklungsplanung, Raumordnung (Klimaschutzkonzept, Strategien)
    2. Kommunale Gebäude, Anlagen (Energetische Sanierung, Gebäudemanagement)
    3. Versorgung, Entsorgung (dazu zählt auch die Abfallwirtschaft des Kreises)
    4. Mobilität (dazu gehört der öffentliche Personennahverkehr im Landkreis)
    5. Interne Organisation (Personalressourcen, Erfolgskontrolle)
    6. Kommunikation, Kooperation (nach innen und nach außen)

    Ziel des EEA-Prozesses ist es, durch Klimaschutzmaßnahmen insgesamt eine Zielmarke von 50 % zu erreichen.

    Im Februar 2018 stellte Jan Münster von der Energieagentur Südwest seine Ist-Analyse vor. Der Landkreis hat durch seine bisherigen Aktivitäten 36,8% der möglichen Punkte erreicht. Es gibt also noch einiges zu tun, bis die 50 %-Marke erreicht ist. Auf die einzelnen Handlungsfelder verteilt sich der Stand wie folgt:

     

     

    Das Diagramm zeigt, dass in einigen Bereichen noch „Luft nach oben“ ist, während der Bereich Mobilität den höchsten Wert verzeichnet. Es zeigt auch die Zielvorgaben, die sich das Energieteam gesetzt hat. Weitere Informationen dazu finden sich im Bericht zur Ist-Analyse.

    Auf Grundlage des Landkreis-Profils hat das Energieteam weitere Klimaschutz-Maßnahmen erarbeitet. Das Ergebnis ist das „Energiepolitische Arbeitsprogramm (EPAP)“ . Es beinhaltet die Maßnahmen, welche in den nächsten Jahren kontinuierlich umgesetzt werden. Der Aufwand für die einzelnen Maßnahmen soll dabei im angemessenen Verhältnis zu deren Kosten und Effizienz stehen. Für eine erste Zertifizierung mit dem European Energy Award hat sich die Verwaltung das Ziel 2020 gesetzt.

    Das Arbeitsprogramm wurde am 18.07.2018 vom Kreistag beschlossen.

    Aus der Sicht des Energieteams ist es wichtig, auch die Aktivitäten beim „Tabellenführer“ Mobilität weiter voranzutreiben. Aber gerade auf die Bereiche mit weniger Punkten hat das Energieteam 2018 und 2019 den Schwerpunkt seiner Arbeit gelegt:
    Projekte mit den Auszubildenden, das Klimaretter-Tool für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die engere Zusammenarbeit mit Gemeinden in einem kommunalen Energie-Effizienz-Netzwerk und nicht zuletzt die erste Klimaschutzwoche des Landkreises sind nur einige Beispiele dafür.

    Vom Radwegekonzept über die energetische Sanierung der Gebäude bis zu den Klimaschutzmaßnahmen auf den Deponien – die Aktivitäten des Landkreises haben eines gemeinsam: Sie sollen mit sinnvollen und effizienten Maßnahmen einen nachhaltigen Beitrag zum Ziel „Klimaneutraler Landkreis im Jahr 2050“ leisten.

     

      „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“. (Erich Kästner)