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    Monika Maron: Samstag, 13. April, 19.00 Uhr

    Brisant und begeiterrnd

    Immer wieder taucht das Wort „brisant” auf in den Kritiken über „Munin oder das Chaos im Kopf”, Monika Marons jüngstes Buch. Brisant, weil es ein gesellschaftliches Klima thematisiert, in dem diffuse Ängste eine scheinbare Wirklichkeit schaffen. Das Buch schlug im vergangenen Jahr hohe Wellen, gerade weil es als eine Parabel für die gegenwärtige Situation in Deutschland gelesen werden kann. Maron, die den Islam in Essays immer wieder kritisiert, lässt sich ihre Wahrnehmung nicht verbieten. Seit Beginn ihres Schaffens, damals noch in der DDR, hat sie Grenzen literarisch ausgelotet. Sie als Grande Dame der deutschen Gegenwartsliteratur zu bezeichnen ist angesichts ihres literarischen Schaffens und ihrer Wirkkraft nur folgerichtig. Werke wie „Flugasche”, „animal triste” oder „Zwischenspiel” wurden mehrfach ausgezeichnet.

    In „Munin oder das Chaos im Kopf” beweist die Autorin einmal mehr ihren präzisen Stil, ihre Sprachkunst, mit der sie Welten beschreibt. Die Hauptfi gur in „Munin” ist eine Journalistin, die einen Aufsatz über den 30jährigen Krieg schreibt. Maron sieht darin Parallelen zur Lage in Syrien und führt vor, wie nahe dieses Thema an uns herangerückt ist.

    Monika Maron nahbar und hörbar zu erleben, wie sie mit ihrer tiefen Stimme ruhig und konzentriert liest und den Worten nachspürt, ist eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte.


    Zur Einstimmung empfiehlt sich ein eindrückliches Interview mit Monika Maron auf Youtube anzuschauen. Stichwort nzzstandpunkte eingeben.

    Foto: Jonas Maron