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    Grundwasserschutz bei Entnahme- u. Rückgabebrunnen

    Bohrung des Entnahme- und Rückgabebrunnens

    Das Erstellen von Brunnen bedeutet einen Aufschluss des Grundwassers und ist mit der Gefahr verbunden, dass das Grundwasser verunreinigt werden kann. Der Brunnenbetreiber haftet nach § 89 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) bezüglich der Schäden durch Eindringen, Einleitung oder Einwirkung von Stoffen, welche das Gewässer physikalisch, chemisch oder biologisch verändern. Der Gefahr des Anbohrens von Rohstoffen, Altlasten, verschiedenen Grundwasserstockwerken oder von gespanntem Grundwasser muss durch entsprechende Recherchen begegnet werden. Deshalb darf der Brunnen und die Anlage nur durch sachverständige Personen oder Firmen geplant und erstellt werden. Die aufgeführten Antragsunterlagen und Anforderungen sind Stand der Technik und stellen keinen zusätzlichen Aufwand dar

    Die Antragsunterlagen gliedern sich in die Bohranzeige und den Wasserrechtsantrag.

    Bohranzeige nach § 43 Abs. 1 Wassergesetz (WG) und § 4 Lagerstättengesetz sowie BBergG zur Herstellung der Brunnen, Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis zur Durchführung der Pumpversuche.

    Nach der Durchführung des Pumpversuches erfolgt der Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis nach § 93 WG zur Grundwasserbenutzung.

    Merkblätter und Formular hierzu:

    Antrag auf Bohrbrunnen ohne Grundwasser-Erschließung

    Antrag auf Bohrbrunnen mit Grundwasser-Erschließung

    Antragsformular zur Grundwasser-Entnahme aus Brunnen

    Ihre Ansprechpartner
    in technischen Fragen

    Name/E-Mail Telefon
    Rainer Bauch 07751/86-3232
    Marita Zieringer 07751/86-3221
    Werner Schaldach 07751/86-3231

     

     

    Hinweise zum Wasserrechtsantrag:

    Die Entnahme von Grundwasser stellt nach § 9 Abs. 1 Nr. 5 WHG und die Wiedereinleitung des abgekühlten Wassers stellt nach § 9 Abs. 1 Nr. 4 und Abs. 2 Nr. 2 WHG eine Benutzung dar und ist deshalb wasserrechtlich erlaubnispflichtig.

    Dem Bau und Betrieb einer Grundwasserwärmepumpe kann dann zugestimmt werden, wenn das Grundwasser dadurch nicht gefährdet wird und Nachbarn nicht mehr als vertretbar beeinträchtigt und in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Die Einhaltung dieser Grundsätze ist vom Antragsteller bereits mit der Anzeige bzw. dem Antrag nachzuweisen.

    Die Prüfung im wasserrechtlichen Verfahren umfasst allerdings nur solche Fragen, die Anlass zur Besorgnis geben, das Wohl der Allgemeinheit könnte beeinträchtigt sein. Nicht geprüft werden Fragen, die im Zusammenhang mit einer ausreichenden Ergiebigkeit des Grundwasserleiters oder einem optimalen Betrieb der Wärmepumpe stehen.

    Die Anlage von Entnahme- und Schluckbrunnen zur Wärmegewinnung aus Grundwasser bedarf einer eingehenden Kenntnis der hydrogeologischen Gegebenheiten (gewinnbares Wasserdargebot, kf-Wert, Temperaturfeld, Rücklaufmenge, Inkrustations- und Korrosionseigenschaften des Grundwassers, etc.). Innerhalb eines hydrogeologischen Grundwasserraumes beeinflussen selbst kleine Entnahmen und Einleitungen durch Brunnen sich gegenseitig.

    Technische und betriebliche Anforderungen sind eigenverantwortlich durch den Planer bzw. durch den Antragssteller zu klären. Die chemische Beschaffenheit des Grundwassers ist eine wichtige Voraussetzung für den Betrieb einer Grundwasser-Wärmepumpe. Probleme können durch Verockerung oder korrodierende Eigenschaften entstehen. Eine Brunnenregenerierung ist erlaubnispflichtig. Der Standort der Anlage soll einen hydraulischen und thermischen Kurzschluss ausschließen und darf mit anderen Nutzungen nicht konkurrieren.

    Das Entnehmen, Zutagefördern und Ableiten von Grundwasser, um daraus unmittelbar Wärme zu gewinnen, ist in Baden-Württemberg nach § 103 Nr. 3 WG nicht entgeltpflichtig.