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    Vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren

    In Abhängigkeit der Größe Ihres Bauvorhabens können Sie Ihr Bauvorhaben im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren durchführen, soweit das Bauvorhaben nicht bereits verfahrensfrei nach dem Anhang zu § 50 der Landesbauordnung ist.

    Vom Baugenehmigungsverfahren unterscheidet sich das vereinfache Verfahren durch eine erhebliche Reduktion der durch die Baurechtsbehörde zu prüfenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften.

    Der Prüfkatalog umfasst

    1. die Übereinstimmung mit Vorschriften nach den §§ 29 bis 38 BauGB,
    2. die Übereinstimmung mit den §§ 5 bis 7 Lbo (Abstände zu Nachbarn),
    3. andere öffentlich-rechtliche Vorschriften,
    • soweit in diesen Anforderungen an eine Baugenehmigung gestellt werden oder
    • soweit es sich um Vorhaben im Außenbereich handelt, im Umfang des § 58 Abs. 1 Satz 2.

    Die Verantwortung für die Einhaltung der restlichen öffentlich-rechtlichen Vorschriften liegt im vereinfachten Verfahren beim Bauherrn bzw. bei seinem Architekten. Sollte sich nach Errichtung herausstellen, dass entsprechende Vorschriften verletzt wurde, kann dies teuer werden. Im schlimmsten Fall müssen Sie Ihr Bauvorhaben nachträglich baulich verändern.

    Das vereinfachte Genehmigungsverfahren können Sie nur wählen, wenn Sie eines der folgenden Gebäude errichten wollen:

    1. Wohngebäude,
    2. sonstige Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 ausgenommen Gaststätten,
    3. sonstige bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind,
    4. Nebengebäude und Nebenanlagen zu den oben genannten Bauvorhaben.

    Beachten Sie hierbei bitte, dass der Errichtung nach § 2 Abs. 12 LBO das Herstellen, Aufstellen, Anbringen, Einbauen, Einrichten, Instandhalten, das Ändern und die Nutzungsänderung, dem Abbruch das Beseitigen gleichsteht. Das heißt: Auch für diese gleichgestellten Tätigkeiten gilt der Grundsatz der Genehmigungsbedürftigkeit.

    Ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren leiten Sie grundsätzlich mit der Einreichung des Bauantrags bei der Gemeinde ein. Ist die Gemeinde nicht selbst Genehmigungsbehörde, leitet sie den Antrag unverzüglich an diese weiter. Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens prüft die Baurechtsbehörde anhand des oben dargelegten Prüfkatalog,  ob dem Bauvorhaben keine von ihr zu prüfenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen (§ 58 Abs. 1 LBO). Steht nach Durchführung des Genehmigungsverfahrens fest, dass das Vorhaben bauplanungs- und bauordnungsrechtlich zulässig ist, wird die Baugenehmigung erteilt. Sie als Bauherr haben hierauf einen Rechtsanspruch.

    Ihre einmal erteilte Baugenehmigung erlischt, wenn nicht innerhalb von 3 Jahren mit der Ausführung des Vorhabens begonnen oder die Ausführung für länger als ein Jahr unterbrochen wurde. Die Geltungsdauer der Baugenehmigung können Sie einmal mittels eines formlosen Antrages um weitere drei Jahre verlängern lassen. Dieser formlose Antrag kann über die Gemeinde oder über das Landratsamt eingereicht werden.

    Zuständig

    Kreisbaumeister und Sachbearbeiter der betreffenden Gemeinde

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