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    ESF-Bundesprogramm "Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit" (ELA)

    Das Jobcenter des Landkreises Waldshut hat sich in den letzten Jahren schwerpunktmäßig mit der Integration von Langzeitleistungsbeziehern beschäftigt. Über ein verbindliches und konsequentes Fallmanagement und über bedarfsgenau zugeschnittene Maßnahmen ist es dabei immer wieder gelungen, Menschen, die längere Zeit arbeitslos waren, in Erwerbstätigkeit zu vermitteln. Dennoch beträgt der Bestand an Langzeitarbeitslosen im Landkreis Waldshut 50 % (Bundesdurchschnitt: ca. 60 %).

    Um neue Integrationsperspektiven für die Arbeitslosengeld-II-Empfänger zu eröffnen, hat sich das Jobcenter auch in der Vergangenheit an Modellprojekten des Bundes, des Landes und der Europäischen Union beteiligt. Zuletzt am Bundesprojekt „Bürgerarbeit“, das besondere Anreize geschaffen hatte, den beschriebenen Personenkreis in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Leider lief dieses Programm Ende 2014 aus. Die sehr guten Ergebnisse aus dem Projekt Bürgerarbeit (von 737 Teilnehmer wurden 64,9% in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse vermittelt) haben auch dazu geführt, dass der Waldshuter Kreistag eine Resolution für „Öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitleistungsbezieher des SGB II“ verabschiedet hat.

    In dieser Resolution wurde das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) dazu aufgefordert, für arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose ein längerfristiges und flexibel einsetzbares Förderinstrument aufzulegen. Verschiedene Bundes- und Landtagsabgeordnete haben das Anliegen unterstützt und darauf hingewiesen, dass das vorliegende Bundesprogramm für Lang-zeitarbeitslose gute Lösungsansätze bietet.
    Das Jobcenter hat deshalb Ende Januar einen Antrag auf Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds und auf Fördermittel des BMAS gestellt.

    Ziel des neuen Programms ist es, Perspektiven für arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Leistungsbezieher für eine berufliche Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen. Dies soll vor allem durch
    • langfristige Unterstützung bis zu 3 Jahren,
    • eine gezielte Ansprache und Beratung von Arbeitgebern,
    • einem Arbeitnehmercoaching nach der Arbeitsaufnahme und
    • durch den Ausgleich von Minderleistungen durch Lohnkostenzuschüsse von bis zu 75%
    erreicht werden.

    Das Programm läuft bis zum Jahr 2020. Das für den Landkreis Waldshut bewilligte Finanzvolumen beträgt über die gesamte Laufzeit des Programms rund. 5,2 Mio. €.

    Weitere Informationen und Ansprechpartner können aus dem Flyer „ESF-Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose“ entnommen werden.   

     

     

    Bundesprogramm „Soziale Teilhabe“

    2015 startete das Bundesprogramm „soziale Teilhabe“. Das Jobcenter Waldshut konnte sich aufgrund der Ausweitung des Bundesprogramms um weitere 90 Jobcenter 30 Plätze beim Bundesprogramm „soziale Teilhabe“ zum 01.01.2017 sichern.

    Mit dem Programm soll sehr arbeitsmarktfernen Personen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht und deren Chancen auf Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt verbessert werden. Zielgruppe sind Leistungsberechtigte, die seit mindestens 4 Jahren im SGB II-Leistungsbezug sind, und gesundheitliche Einschränkungen haben und bzw. oder mit mindestens einem minderjährigen Kind in einer Bedarfsgemeinschaft leben.

    Gefördert werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse (ohne Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung) für zusätzliche, wettbewerbsneutrale und im öffentlichen Interesse liegende Arbeiten. Die Arbeitszeit beträgt 30 Stunden pro Woche. Ist eine Beschäftigung mit einem wöchentlichen Umfang von 30 Stunden nicht möglich, kann die Arbeitszeit 15, 20 oder 25 Stunden pro Woche betragen. Außerdem können Modelle für einen stufenweisen Einstieg in Beschäftigung, ausgehend von 15 und aufwachsend auf 20, 25 bis zu maximal 30 Wochenstunden, umgesetzt werden. Je nach Beschäftigungsumfang erhalten die Arbeitgeber/innen einen Zuschuss als Festbetragsförderung.

    Geförderte Beschäftigung allein ist aber nicht ausreichend zur Erreichung der Ziele dieses Bundesprogramms soziale Teilhabe. Die gefördert beschäftigten Teilnehmer erhalten weiterhin begleitende Aktivitäten, wie z.B. intensive Betreuung und Vermittlung während der Beschäftigung.  

     

     

    Landesprogramm „Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt“

    Mit der modellhaften Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes ermöglicht das Land im Rahmen des Landesprogramms „Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ langzeitarbeitslosen Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen eine sozialpädagogisch begleitete, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
    Statt den so genannten Regelbedarf und die Kosten für die Unterkunft zu finanzieren, können diese Leistungen beim „Passiv-Aktiv-Tausch“ als Zuschuss für eine Beschäftigung eingesetzt werden. So wird der passive Empfang von Arbeitslosengeld ersetzt durch aktive Teilhabe am Arbeitsleben (Passiv-Aktiv-Tausch).

    Die Förderleistungen bestehen aus

    • einem Zuschuss des Jobcenters an den Arbeitgeber;
    • einem pauschalen Zuschuss von 400 Euro vom Stadt- oder Landkreis an den Arbeitgeber;
    • einer sozialpädagogischen Begleitung.

    Durch die Arbeit können die Menschen wieder aktiv an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Es handelt sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse mit einem Lohn von mindestens 8,50 Euro, also „gute Arbeit“ auch für Benachteiligte. Insgesamt soll kein zusätzlicher Kostenaufwand ausgelöst werden.

    Das Jobcenter Waldshut bei der erneuten Ausschreibung im Rahmen des Landesprogramms „Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ 10 Plätze für den „Passiv-Aktiv-Tausch“ erhalten.

    Weitere Informationen zum Landesprogramm finden Sie im Flyer oder auf der Internetseite des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.

      

    Hinweis zum PDF-Format

    Zum Betrachten der PDF-Dokumente benötigen Sie ein entsprechendes (kostenloses) Programm. Eine Übersicht zu verfügbaren Programmen hierzu finden Sie hier.

     

     

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