Schriftgröße :
    A
    A
    A

    Mehrbedarfe

    Zusätzlich zu den Regelleistungen können Leistungen für Mehrbedarfe bewilligt werden. Solche Mehrbedarfe erhalten

    • werdende Mütter, die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind. Sie erhalten ab der 13. Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf in Höhe von 17% von ihrer Regelleistung.
    • Personen, die mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammenleben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen, so genannte Alleinerziehende.
      Wenn sie mit einem Kind unter sieben Jahren oder mit zwei oder drei Kindern unter sechzehn Jahren zusammenleben, erhalten die Alleinerziehenden zusätzlich 36% ihrer Regelleistung.
      Alternativ erhalten Alleinerziehende 12% pro Kind, wenn sich dadurch ein höherer Prozentsatz ergibt als bei Alternative 1.
      Die Höchstgrenze liegt bei 60%!
    • erwerbsfähige behinderte Hilfebedürftige, denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 33 SGB IX sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben oder Eingliederungshilfen nach § 54 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 SGB XII erbracht werden. Der Mehrbedarf beträgt 35% der Regelleistung.
    • erwerbsfähige Hilfebedürftige, die aus medizinischen Gründen einer kostenaufwändigen Ernährung bedürfen. Ein entsprechender Vordruck zur Vorlage beim Hausarzt ist beim Jobcenter erhältlich.
    • Leistungsberechtigte erhalten einen Mehrbedarf, soweit im Einzelfall ein unabweisbarer, laufender, nicht nur einmaliger Bedarf besteht.
    • Soweit eine dezentrale Warmwasserversorgung erfolgt, werden Mehrbedarfe anerkannt. Die Höhe richtet sich nach den Regelbedarfen der Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft.


    Die Summe des insgesamt bezahlten Mehrbedarfs darf die Höhe der für erwerbsfähige Hilfebedürftige maßgebenden Regelleistung nicht übersteigen.

    Das Bundesverfassungsgericht hat mit Urteil vom 09.02.2010 u.a. entschieden, dass im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II neben den durchschnittlichen Bedarfen, die mit der Regelleistung abgedeckt sind, auch unabweisbare, laufende, nicht nur einmalige besondere Bedarfe, die in atypischen Lebenslagen anfallen, zu decken sind.

    Dies sind insbesondere:

    • nicht verschreibungspflichtige Arznei-/Heilmittel
    • Putz-/Haushaltshilfe für Rollstuhlfahrer
    • Kosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts