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    Berufskraftfahrerqualifikation

    Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer im Vergleich zum Stand 2001 bis zum Jahr 2010 um die Hälfte zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, werden auch die LKW- und Busfahrer mit ihrer besonderen Verantwortung in den Blick genommen. Bislang wird in der EU die Mehrzahl der Berufskraftfahrer ohne eine spezifische Ausbildung eingesetzt. Der beruflichen Tätigkeit liegt lediglich die entsprechende Fahrerlaubnis zugrunde. In Deutschland gab und gibt es zwar für den Güterkraftverkehr eine 3-jährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die aber nicht obligatorisch ist.

    Vor diesem Hintergrund will die Europäische Union mit der neuen Berufskraftfahrer-Qualifizierung erreichen, dass die Gruppe der Berufskraftfahrer europaweit künftig besser ausgebildet und damit gezielt auf diesen speziellen Beruf vorbereitet wird.

    Zukünftig wird für Berufskraftfahrer daher nicht mehr allein der Führerschein genügen, sondern es muss jeder neu in den Beruf einsteigende Busfahrer ab dem 10.09.2008 (Datum der Erteilung der Fahrerlaubnis) und jeder neu in den Beruf einsteigende LKW-Fahrer ab dem 10.09.2009 (Datum der Erteilung der Fahrerlaubnis) zusätzlich eine Grundqualifikation erwerben. Die hierbei erworbenen Kenntnisse sind danach alle fünf Jahre durch den Nachweis einer Weiterbildung auf den neuesten Stand zu bringen.

    Grundqualifikation und Weiterbildung werden danach neben der erforderlichen Fahrerlaubnis zur verpflichtenden Voraussetzung für Fahrten im gewerblichen Güterkraftverkehr sowie im Personenverkehr.

    Die Verpflichtung betrifft das Fahrpersonal von Fahrzeugen mit mehr als acht Fahrgastplätzen im gewerblichen Personenverkehr und von Fahrzeugen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t im gewerblichen Güterkraftverkehr, einschließlich des Werkverkehrs, d.h. ab der Fahrerlaubnisklasse C1 und D1.

    Dazu zählen z.B. auch das gewerbliche Abschleppen, Müllfahrzeuge beim Transport von Abfällen zur Deponie oder Verwertungsstelle inkl. des Einsammelns des Hausmülls, Möbeltransporter, Krankentransporte mit der FE-Klasse C1.

    Nicht darunter fallen:

    Fahrten von Handwerkern, die Material und Ausrüstung zum Einsatzort transportieren, sofern das Führen des Fahrzeugs nicht die vertragsgemäße Hauptbeschäftigung darstellt,

    Landwirte im Rahmen der Ausnahmen nach § 2 Abs. 1 Nr. 6 und 7 des GüKG (Beförderung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe oder eines Maschinenrings),

    Fahrer von Fahrzeugen im Paket- und Kurierdienst, sofern diese Fahrzeuge mit der Klasse B bzw. BE gefahren werden dürfen,

    Fahrten der Bundeswehr, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste zur Notfallrettung,

    Amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer, die im Rahmen ihrer Aufgaben nach dem KfSachvG Fahrten durchzuführen haben.

    Fahrten mit Kraftfahrzeugen, deren zulässige Höchstgeschwindigkeit 45 km/h nicht überschreitet.

    Maßgeblich für die Notwendigkeit einer Qualifikation ist nicht der Besitz der entsprechenden Fahrerlaubnis, sondern die Nutzung der Fahrerlaubnis (gewerblich).

     

    Arten der Qualifikation:

    Grundqualifikation:

    Die Grundqualifikation wird erworben durch:

       

    • spezifische Berufskraftfahrerausbildung (dreijährige Ausbildung)
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    • gesonderte Prüfung zur Grundqualifikation (Theorie und Praxis-Prüfung auch ohne Vorbereitungskurs möglich) oder
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    • beschleunigte Grundqualifikation (Kurs in anerkannter Ausbildungsstätte mit Prüfung, nur Theorie)
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    Die Zuständigkeit für die Prüfungen sämtlicher Arten der Grundqualifikation liegt jeweils bei der IHK; die Ausbildung (Kurs - dritte Alternative) bei anerkannten Ausbildungsstätten.

    Der Nachweis der Grundqualifikation erfolgt durch:

       

    • Eintrag der Schlüsselzahl „95" im deutschen Führerschein (Regelfall)
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    • Eintrag in Fahrerbescheinigung der EU-Transportlizenz (Nicht EU-Fahrer)
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    • Ausstellung einer gesonderten Bescheinigung (Anlage3 zu BKrQFV gilt nur für Busfahrer aus Drittstaaten).
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    Die Zuständigkeit für den Eintrag der Schlüsselzahl liegt bei der Fahrerlaubnisbehörde.

     

    Weiterbildung:

    Es besteht eine Pflicht zur Weiterbildung im 5-Jahres-Turnus. Diese umfasst insgesamt 35 Stunden mit 5 Einheiten zu je 7 Zeitstunden. Für die Fristberechnung gelten folgende Bestimmungen:

       

    • für Erwerber der Grundqualifikation besteht diese Pflicht innerhalb von 5 Jahren nach dem Erwerb der Grundqualifikation,
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    • für Besitzständler, d.h. Personen, die zum 10.09.2008 bereits im gewerblichen Personenverkehr, bzw. zum 10.09.2009 bereits im gewerblichen Güterverkehr eingesetzt sind/waren, besteht die Verpflichtung zur Weiterbildung innerhalb einer Übergangsfrist. Diese liegt für Busfahrer zwischen dem 10.09.2008 und dem 10.09.2013 und für LKW-Fahrer zwischen dem 10.09.2009 und dem 10.09.2014. Abweichend hiervon kann, um einen Gleichlauf mit der Gültigkeit der Fahrerlaubnis zu erhalten, die Frist für Busfahrer bis längstens 09.09.2015 und für LKW-Fahrer bis spätestens 09.09.2016 verlängert werden. Inhabern, deren Führerscheine vor dem 10.09.2013 (Bus) bzw. 10.09.2014 (LKW) zur Verlängerung anstehen, wird im Interesse eines Gleichlaufs mit der Gültigkeitsdauer der Fahrerlaubnis ein Abschluss der Weiterbil-dung zu diesem früheren Zeitpunkt empfohlen.
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    Fahrer im gewerblichen Güterkraft- und Personenverkehr müssen innerhalb von 5 Jahren nur eine Weiterbildung absolvieren, eine getrennte Weiterbildung für die Schulungsinhalte LKW/Bus ist also nicht erforderlich. Die Fahrer können wählen, in welchem Bereich sie den Schwerpunkt legen, wofür hierfür der Schwerpunkt der bisherigen Tätigkeit sein sollte.

    Als Nachweis der absolvierten Weiterbildung, die keine Prüfung beinhaltet, gilt eine Bescheinigung der anerkannten Ausbildungsstätten; die Fahrerlaubnisbehörde übernimmt diesen Nachweis wieder in den Führerschein bzw. Fahrerbescheinigung (analog der Grundqualifikation).

     

    Anerkannte Ausbildungsstätten:

    Als gesetzlich anerkannte Ausbildungsstätten gelten:

       

    • Fahrschulen mit Fahrschulerlaubnis der Klassen CE oder DE,
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    • Dienst-Fahrschulen nach § 30 FahrlG,
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    • Ausbildungsbetriebe, die eine Berufsausbildung zum/zur Berufskraftfahrer/in oder Fachkraft im Fahrbetrieb durchführen,
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    • Träger einer Umschulung zum/zur Berufskraftfahrer/in oder Fachkraft im Fahrbetrieb nach den §§ 58 bis 60 des Berufsbildungsgesetzes.
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    Darüber hinaus können auch andere Stellen als Ausbildungsstätten anerkannt werden. Zuständig hierfür ist das Landratsamt, Fahrerlaubnisbehörde/ Straßenverkehrsamt.

    Weitere Informationen zur Berufskraftfahrer-Qualifikation finden Sie hier .

    Selbstverständlich stehen Ihnen auch unsere Ansprechpartner  in der Führerscheinstelle für Auskünfte zur Verfügung.