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    24.03.2022

    Einreise mit Haustieren aus der Ukraine

    Viele Geflüchtete aus der Ukraine kommen mit ihren Haustieren nach Deutschland. Für das Mitführen der Heimtiere, hat die EU vorübergehend Erleichterungen erlassen. Da die Ukraine ein größeres Tollwutinfektionsrisiko aufweist, ist die Einreise mit Hunden, Katzen oder auch Frettchen jedoch weiterhin an strenge Auflagen geknüpft.

    Wer mit einem Hund, einer Katze oder einem Frettchen aus der Ukraine nach Deutschland einreist, muss aufgrund der dortigen Tollwutsituation bereits im Vorfeld strenge Auflagen erfüllen. So reicht es nicht aus, wenn die Tiere gegen Tollwut geimpft sind, die Impfung muss durch einen Bluttest bestätigt werden, der bei der Abreise mindestens drei Monate zurückliegen muss.

    Die EU-Verordnung Nr. 576/2013 gewährt jedoch in bestimmten Ausnahmefällen – wie zum Beispiel beim Ausbruch eines Krieges – ein anderes Vorgehen, welches nun Anwendung für Geflüchtete aus der Ukraine findet. Folglich dürfen Tiere auch ohne Impfung und Bluttest einreisen, müssen aber in Deutschland zunächst in Quarantäne gehalten werden. Wo immer möglich, soll dies als „Heimquarantäne“ gehandhabt werden, was bedeutet, dass die Tiere in der Obhut ihrer Besitzer bleiben, der Kontakt zu anderen Menschen oder Tieren muss aber eingeschränkt werden.

    Zudem muss, sofern noch nicht erfolgt, neben einer Kennzeichnung eine Impfung der Tiere gegen Tollwut vorgenommen werden. Die Tollwut ist eine auch für den Menschen in der Regel tödlich verlaufende Virusinfektion, die durch den Speichel erkrankter Tiere übertragen wird, wenn der Erreger durch Biss- oder Kratzwunden in die Blutbahn gelangt. Deutschland ist seit 2008 anerkannt frei von Tollwut, während die Krankheit in der Ukraine noch nicht ausgerottet ist. Das nationale Referenzlabor für Tierseuchen, das Friedrich-Löffler-Institut, stuft aber die Wahrscheinlichkeit, dass als Heimtiere gehaltenen Hunde und Katzen aus der Ukraine mit dem Virus infiziert sind, als sehr gering ein. Dennoch müssen die Tiere einige Zeit unter Beobachtung gehalten werden, um eine Infektion sicher ausschließen zu können.

    Tierhalter, die als Geflüchtete aus der Ukraine mit ihren Hunden, Katzen oder Frettchen einreisen, werden gebeten, sich mit dem Veterinäramt in Verbindung zu setzen (Tel.: 07751/865201 Veterinaeramt(at)landkreis-waldshut.de). Das Landratsamt Waldshut wird hierzu zudem Informationen auf seiner Homepage einstellen.

    Eine Ausnahmeregelung für die Einfuhr von Hunde und Katzen aus ukrainischen Tierheimen ist allerdings auch trotz der dramatischen Lage vor Ort nicht möglich.