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    Forstminister Peter Hauk macht sich erneut ein Bild von der Lage

    Mitte Mai konnte sich der zuständige Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in einer Fachexkursion vor Ort von den enormen Waldveränderungen im Landkreis Waldshut überzeugen. Landrat Dr. Martin Kistler und Helge von Gilsa, Leiter des Kreisforstamts, fuhren mit dem Minister und seinen Führungskräften in der Landesforstverwaltung, in ForstBW und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt nach Oberalpfen (siehe Video), wo die Auswirkungen des Klimawandels besonders deutlich werden. Dort ist innerhalb eines Jahres auf rund 100 Hektar die aktuell größte Kahlfläche Baden-Württembergs entstanden.

    „Die Stürme Burglind, Friederike, Petra und Sabine im Frühjahr 2018 und 2020 sowie die Hitze und Dürre der beiden letzten Jahre haben die Borkenkäfer im wahrsten Sinne beflügelt und deutlich Spuren in unseren Wäldern hinterlassen“, sagte Landrat Kistler und stellte fest, dass sich das Ausmaß und die Dynamik aktuell deutlich verschärfen. Der Regen der beiden letzten Wochen hat die Borkenkäferentwicklung der ersten Generation nicht bremsen können.

    Nach einem hoffnungsvollen Start ins Jahr 2020 mit neuer Kreisforstverwaltung, gutem Arbeitsfortschritten im Wald und funktionierendem Holzabsatz hat sich die Situation durch die Corona-Krise und einen sehr trockenen und viel zu warmen April weiter verschlechtert. „Wir sehen und spüren die drastischen Auswirkungen des Klimawandels und sind fassungslos angesichts der Schäden für Mensch und Umwelt. Die Folgewirkungen werden uns teuer zu stehen kommen“, stellte der Landrat weiter fest. Zu Beginn des dritten Borkenkäferjahrs sind viele Waldbesitzer nicht mehr in der Lage, die Schadhölzer rechtzeitig zu beseitigen und die Wiederbewaldung aus eigener Kraft zu stemmen. „Die schiere Übermacht an Käfern demotiviert, das Ergebnis frustriert und die Lust auf Wald lässt deutlich nach“, bedauerte Martin Kistler. Die Waldbesitzer sind bereits heute überfordert und es ist fraglich, ob sie auch zukünftig in der Lage sein werden, die Lasten des Waldschutzes, der Wiederaufforstung und der Verkehrssicherung zu tragen sowie der Gesellschaft die Ökosystemleistungen wie bisher, kostenlos bereit zu stellen.

    „Wir bemühen uns alle händeringend um eine Schadensbegrenzung und suchen Wege aus dieser Lage“, erklärte der Landrat und bat um Unterstützung und Zuspruch der Landesregierung bei der Lösung der vielfältigen, anstehenden Aufgaben. Im landesweiten Vergleich ist der Landkreis Waldshut ganz zu vorderst von den Klimafolgen betroffen. Die Einrichtung eines landesweiten Modellgebiets ist daher sehr zu begrüßen.

    (Personen auf dem obigen Bild: v.l.n.r. der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk, der Leiter Kreisforstamt Waldshut Helge v. Gilsa, der Abteilungspräsidentin im RP Freiburg  Dr. Anja Peck, mit dem Rücken zum Fotografen Vorstandsvorsitzender ForstBW Max Reger, sowie der Landrat Dr. Martin Kistler und der Leiter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg, Prof. Dr. Ulrich Schraml)