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    Gedanken zum Weltwassertag am 22.03.2021: "Wert des Wassers"

    Ist nur wertvoll, was teuer und selten ist?
    Trinkwasser ist in Baden-Württemberg überwiegend kostengünstig und steht uns praktisch überall und jederzeit in beliebiger Menge zur Verfügung: Achten wir deshalb, weil es etwas Selbstverständliches ist, so wenig oder häufig überhaupt nicht auf einen nachhaltigen Umgang mit Wasser? Ist uns der Wert des Wassers nicht (mehr) bewusst?
    Der Nutzungsdruck auf und die Konkurrenz der Verbraucher um das Trink- und Grundwasser sind enorm und die Folgen des Klimawandels sind bereits an sinkenden Grundwasserständen unmittelbar messbar – auch im Landkreis Waldshut. Müssen sich die Verhältnisse erst drastisch ändern, damit wir uns des Wertes wieder bewusst(er) werden? Und ist es dann möglicherweise zu spät und die eingetretenen Veränderungen sind unumkehrbar?

    Was ist mir unser Wasser wert? Und was kann ich persönlich beitragen?

    1. Wasserhaushalt schützen: „verwenden nicht verschwenden“

    • Eigenen Wasservorrat anlegen: Regenwasser kann ich zum Beispiel in Zisternen oder Regentonnen sammeln und dann in den trockenen Sommermonaten zum Gießen des Gartens nutzen. Dieses Regenwasser steht mir kostenlos zur Verfügung!
    • Sparsamer Umgang: Obwohl ich beliebig viel Wasser aus der Leitung entnehmen könnte, sollte ich dieses sparsam und maßvoll nutzen. Ich kann das Wasser zudem wiederverwenden, indem ich Salat-/Gemüse-/Obstwaschwasser nutze, um damit die Blumen im Haus oder auf dem Balkon zu gießen. Ganz einfach Wasser einsparen kann ich, indem ich den Wasserhahn zwischendurch, wenn kein Wasser benötigt wird, zudrehe: z.B. beim Zähneputzen, beim Einseifen unter der Dusche oder wenn ich „nur mal noch kurz“ etwas Anderes mache. Auf ein Gießen des Rasens in den Sommermonaten sollte ich, wenn hierfür kein gesammeltes Regenwasser zur Verfügung steht, verzichten.
    2. Wasserkreislauf aktiv fördern
    • Regenwasser versickern: Regenwasser sollte nicht einfach über die Abläufe in die Kanalisation „entsorgt“ werden. Gelangt das Regenwasser in die Kanalisation und wird mit Schmutz- / Abwasser vermischt abgeleitet, muss es aufwendig auf Kläranlagen wieder gereinigt werden. Bei größeren Regenereignissen wird das mit Abwasser vermischte Regenwasser ohne Vorbehandlung in den nächstliegenden Bach oder Fluss „entlastet“ und verursacht dort eine stoffliche und mengenmäßige Stresssituation. Bei einer getrennten Ableitung von Regenwasser bleibt dieses zwar weitgehend sauber, landet aber „ungenutzt“ in unseren Bächen und Flüssen und verschärft dort die Hochwassergefahr.
      Wenn ich das Regenwasser dagegen z.B. in Versickerungsmulden oder bei weniger durchlässigen Böden in Mulden-Rigolen-Systemen versickern lasse, kommt dies unseren Grundwasserspeichern und dem gesamten Wasserhaushalt zugute: Damit trage ich aktiv dazu bei, unsere Ressource Trinkwasser – für mich/uns selbst – zu sichern. Nicht nur angesichts der feststellbaren Veränderungen infolge des Klimawandels ein „unbezahlbarer“ Beitrag eines jeden einzelnen von uns.
      Umsetzbar sind solche Versickerungen in vielen Fällen ohne großen Aufwand und zu geringen Kosten.
    • Durchlässige Bodenbeläge wählen: In Baden-Württemberg wurden 2019 nach Angabe des Statistischen Landesamtes täglich 4,8 Hektar Fläche versiegelt, was etwa sieben Fußballfeldern entspricht. Diese versiegelten Flächen gehen für die Grundwasserneubildung größtenteils verloren. Ich sollte deshalb wann immer möglich auf Versiegelungen verzichten und wenn dies nicht möglich ist, zumindest durchlässige Bodenbeläge verwenden. Vielleicht genügt es, den Parkplatz vor meinem Haus z.B. mit Rasengittersteinen zu gestalten statt diesen zu pflastern? Das Regenwasser kann so weiterhin in den Boden eindringen und unmittelbar wieder dem Grundwasser und Wasserkreislauf zugeführt werden.
    3. Bewusst einkaufen: bedarfsgerecht / regional / saisonal / bio
    • Mit meinem Einkauf kann ich meine Wertschätzung gegenüber der landwirtschaftlichen Leistung und deren Erzeugnissen zum Ausdruck bringen und dadurch z.B. die integrierte / ökologische Landbewirtschaftung aktiv fördern. Der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln wird wesentlich durch die Betriebsform und deren Größe, die angebotenen Produkte und Erzeugnisse sowie die Intensität der Nutzung beeinflusst. Diese Faktoren haben auch Auswirkungen auf die Qualität unseres Grundwassers und unserer Bäche. Durch mein Kaufverhalten kann ich Einfluss auf deren Entwicklung nehmen.

    Was kann mir Wasser bieten?

    1. Wasser als Lebens-, Erlebnis- und Erholungsraum

    • Wasser bzw. Bäche, Flüsse und Seen sind der Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen. Für uns Menschen sind sie Erlebnis- und Erholungsraum.
      Bei ökologischen Gewässeraufwertungen können auch unsere Bedürfnisse aktiv berücksichtigt werden. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der 2020 renaturierte Mauchenbach in der Ortslage von Eggingen.
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    Ohne Wasser kein Leben. Gibt es etwas Wertvolleres?

    Es liegt in unseren Händen unserem Wasser diejenige Wertschätzung zu geben, die es verdient und dringend benötigt. Versuchen wir es gemeinsam!

    2. (Trink-) Wasser ist Lebensgrundlage

    • Wasser ist für uns (über-) lebenswichtig. Ein erwachsener Mensch besteht zu 60-70 Prozent aus Wasser und benötigt dieses für fast alle lebensnotwendigen Vorgänge. Ohne Wasser können wir nur wenige Tage überleben.
      Deshalb ist sauberes (Trink-) Wasser in ausreichender Menge für uns von entscheidender Bedeutung.
      Auch alle Pflanzen und Tiere - die Grundlage unserer Nahrungsmittel - benötigen Wasser.

     

    alle Bilder ©: Amt für Umweltschutz