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    Weltwassertag am 22.03.2022: "Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz"

    "Der Weltwassertag am 22. März, zu dem die Vereinten Nationen (VN) seit 1992 aufrufen, erinnert alljährlich an die Besonderheiten von Wasser als der essenziellsten Ressource allen Lebens. Der Weltwassertag 2022 steht unter dem Motto "Groundwater: Making the Invisible Visible": "Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz". Mit diesem Jahresthema wollen die VN weltweit auf die Bedeutung unseres Grundwassers aufmerksam machen und es ins Bewusstsein der Menschen rufen.

    Die elementare Bedeutung des Grundwassers als unverzichtbare Ressource und Teil des Wasserkreislaufs und die Belastungen, denen es durch menschliche Tätigkeiten und zunehmend durch den Klimawandel ausgesetzt ist, sind vielen Menschen nicht wirklich präsent und bewusst. Aus diesem Grund und im Hinblick auf den bevorstehenden Wandel rücken die Vereinten Nationen die Bedeutung und den Wert unseres kostbaren Grundwassers wieder stärker ins gesellschaftliche sowie politische Bewusstsein." Lesen Sie hier auf der Seite des BMUV weiter.

    In Baden-Württemberg gab es bislang zahlreiche und teils sehr ergiebige Grundwasservorkommen, die bei günstigen Untergrundvoraussetzungen sogar ohne oder mit nur minimaler Aufbereitung von den örtlichen Wasserversorgern bereitgestellt werden konnten. Das Trinkwasser kann deshalb überwiegend kostengünstig angeboten werden und steht uns praktisch überall und jederzeit in beliebiger Menge zur Verfügung.

    Der Nutzungsdruck auf und die Konkurrenz der Verbraucher um das Trink- und Grundwasser sind allerdings enorm und die Folgen des Klimawandels sind bereits an sinkenden Grundwasserständen unmittelbar messbar – auch im Landkreis Waldshut.

    Abgesehen von 2013 sind seit 2003 Jahre, in denen die gefallenen Niederschläge nennenswert zur Grundwasserneubildung beitragen konnten, ausgeblieben. Die Grundwasserverhältnisse konnten sich seither nicht erholen. Dies wirkt sich insbesondere auf oberflächennahe Grundwasser-vorkommen (Quellen) aus und betrifft damit viele kleine kommunale Versorger und in besonderer Weise Eigenwasserversorger („Hofquellen“).

    Wasser muss als Bestandteil des Naturhaushalts und als Lebensgrundlage vor Beeinträchtigungen geschützt werden. Dies soll u.a. durch die Festsetzung von Wasserschutzgebieten erreicht werden.

    Ein Wasserschutzgebiet wird in der Regel in mehrere Schutzzonen unterteilt, in denen zum Schutz des Trinkwassers bestimmte Verbote gelten. Damit die Wasserschutzgebiete in der Landschaft für jedermann zu erkennen sind, werden Hinweisschilder aufgestellt.

    Der besonders sensible Bereich der Entnahme (Brunnen/Fassung) sollte durch eine Umzäunung vor unbefugtem Zutritt geschützt werden (siehe Abb. 3 links).

     

    Abb. 3

    Werden die vorsorgenden Schutzbestimmungen nicht beachtet, kann die Qualität des Trinkwassers unmittelbar beeinträchtigt werden, etwa durch Keime, Bakterien, Schad- oder Nährstoffe. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit hat der Gesetzgeber in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) für ganz Deutschland geltende Grenzwerte festgelegt. Liegen die Belastungen so hoch, dass diese im Trinkwasserversorgungsnetz nicht mehr eingehalten werden können, kann die Versorgung vorübergehend nicht mehr oder nur unter Einschränkungen oder nach zusätzlicher Aufbereitung sichergestellt werden. Das kann letztlich jeden einzelnen von uns betreffen und hohe Kosten, die schlussendlich auf den Verbraucher zurückfallen, verursachen.

    So deshalb bitte nicht:

    Ein Schutz des Grundwassers ist aber nicht nur in Wasserschutzgebieten, sondern überall erforderlich, um auch unseren nachfolgenden Generationen sauberes und ausreichendes Grund- und damit Trinkwasser zu sichern.

    Das Grundwasser ist der „unsichtbare“ Teil unseres gesamten Wasserhaushalts, der diesen aber ganz wesentlich beeinflusst und „ein langes Gedächtnis“ hat. Eine schnelle Erholung eines einmal geschädigten Grundwasservorkommens ist weder im Hinblick auf die Menge noch auf die Qualität möglich oder sogar ganz ausgeschlossen. Deshalb ist die Vorsorge so wichtig, zu der jeder einzelne von uns seinen Teil beitragen kann.


    Quellen der Abbildungen:

    Abb. 1; 3-6: Amt für Umweltschutz

    Abb. 2: 34. Trinkwasserkolloquium, ISWA Stuttgart am 17.02.2022 (online), Vortrag Masterplan Wasserversorgung Baden-Württemberg, Dr. Steffen Ochs, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Baden-Württemberg

    Abb. 7: Amtliche Geobasisdaten © LGL, www.lgl-bw.de, Az.: 2851.9-1/19