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    26.11.2019

    Forstreform: Kreisforstamt über-nimmt ab 2020 die Betreuung der Kommunal- und Privatwälder

    Nach fast 200 Jahren endet am 31. Dezember 2019 die Ära des Einheitsforstamts in Baden-Württemberg. Ausgelöst durch ein langwieriges Kartellverfahren, das letztlich aus formalen Gründen vom BGH zwar abgeschmettert worden war, sahen sich die politisch Verantwortlichen gezwungen, die forstliche Organisation den Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

    Mit Bedauern verabschiedete sich Landrat Martin Kistler vom Einheitsforstamt, das in Baden seit dem Forstgesetz aus dem Jahre 1833 Bestand hatte. Über fast zwei Jahrhunderte hatte sich diese Struktur bewährt. Entstanden zur Zeit des Deutschen Bundes überdauerte das Einheitsforstamt den Vormärz und die Revolution, das wilhelminische Kaiserreich, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus, mehrere Kriege und auch die zahlreichen Reformen in der bundesrepublikanischen Zeit. Dennoch werden ab dem 1. Januar 2020 nun aber zwei getrennt voneinander operierende Organisationen sich um das Wohl des Waldes in Baden-Württemberg kümmern.

    Der Staatswald wird als Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) in landesweit 21 Forstbezirken bewirtschaftet. Für die Staatswaldflächen im Landkreis Waldshut ist überwiegend der Forstbezirk Südschwarzwald mit Sitz in St. Blasien zuständig. Die ganz im Westen des Kreises liegenden Flächen werden vom Forstbezirk Hochrhein mit Sitz in Schopfheim betreut. Die AöR sorgt weiterhin für die Berufsausbildung der Forstwirte. Im neuen Stützpunkt in Bonndorf findet auch zukünftig Aus-, Fort- und Weiterbildung statt.
    Während ein Teil der Forstbeamten und sämtliche Forstwirte zum landeseigenen Betrieb wechseln werden, verbleibt der überwiegende Teil der Mitarbeiter des bisherigen Kreisforstamtes beim Landratsamt und bildet ab Januar das neue Kreisforstamt. Die untere Forstbehörde wird neben den hoheitlichen Funktionen als Dienstleister den privaten und kommunalen Waldbesitzern zur Seite stehen. Im Landkreis gibt es zukünftig 25 Forstreviere mit Förstern, die beim Kreisforstamt beschäftigt sind, sowie vier Forstreviere, die von den Gemeinden Bad Säckingen, Bonndorf, Wehr und Wutach mit eigenen Förstern betreut werden. Somit ist das Kreisforstamt zukünftig noch immer im ganzen Landkreis präsent und für rund 74 Prozent der Waldfläche verantwortlich.
    Neben der reinen Revierleitungsfunktion ist die untere Forstbehörde in Zukunft spürbar breiter aufgestellt als bisher. Dies zeigt sich an den vielen zusätzlichen Aufgaben, die im kommenden Jahr übernommen oder ausgebaut werden. So stehen beispielsweise der Natur- und Artenschutz, die Waldpädagogik aber auch der Privatwald deutlich mehr im Fokus als bisher.

    Die Leitung des Kreisforstamtes bleibt bei Helge von Gilsa. Leiter der staatlichen Forstbetriebe Südschwarzwald und Hochrhein werden Thomas Emmerich sowie Thomas Unke.