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Landkreis Waldshut begrüßt neue Staatsbürger bei Feier

27. April 2026
Neu im Landkreis Waldshut eingebürgerte Menschen Landratsamt Waldshut

Zwölf neue Staatsbürgerinnen und –bürger aus sieben Ländern hieß Landrat Dr. Martin Kistler neu im Landkreis willkommen. Im Beisein von Familien, Freunden, Bürgermeistern und Kreisräten erhielten sie ihre Einbürgerungsurkunde.

„Sie erhalten heute die deutsche Staatsbürgerschaft – das ist ein besonderer Tag für Sie. Ich blicke in viele freudige und erwartungsvolle Gesichter und möchte Ihnen versichern: Wir freuen uns mit Ihnen!“, begrüßte Landrat Dr. Martin Kistler die Gäste im Kreistagssaal. Damit die Gesellschaft gut funktioniere, sei es wichtig, dass man sich immer wieder auf das Gemeinsame besinne. „Ihre Einbürgerung ist deshalb auch mehr als nur ein formaler Akt. Sie bekennen sich damit zu unseren gemeinsamen Werten: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und gegenseitigem Respekt“, sagte der Landrat.

In Ihrer Rede machte Dr. Melissa Ingersoll Sutter, Lehrerin an der Realschule Tiengen, die im vergangenen Jahr eingebürgert worden war, auf die Bedeutung der Einbürgerung aufmerksam: „Der Entschluss zur Einbürgerung ist ein wichtiger Schritt im Leben eines Einwanderers. Er ist verbunden mit persönlichen Erfahrungen, mit Lernen, Geduld und der bewussten Entscheidung, Teil einer neuen Gemeinschaft zu werden“. Die Einbürgerung sei für viele auch ein neuer Anfang. Man fühle sich zugleich angenommen und verbunden.

Danilo Enns Epp, ehemaliger Lehrer an der Christlichen Schule Hochrhein in Waldshut, berichtete von der Geschichte seiner Familie, die seit Generationen immer wieder auswandern und neu anfangen musste. Ursprünglich aus Deutschland stammend, gelang es seinen Großeltern über Umwege, sich in Südamerika niederzulassen. Die Familie bewahrte und pflegte die deutsche Sprache. Enns Epp besuchte Deutschland erstmals 1989. Der Wunsch nach der deutschen Staatsbürgerschaft wurde größer. Als er sie Ende 2025 erhielt, sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. „Ein deutscher Pass und ein deutscher Personalausweis. Nun sind wir in der Familie vereint: meine Frau, unsere Kinder mit Enkelkindern“, sagte er bei der Einbürgerungsfeier. Seine Rede schloss er mit einem Appell: Die politischen Unruhen und Bedrohungen, die sich heute in Deutschland und Europa breitmachen, dürfen die Grundrechte aller Suchenden nach Schutz, Identität und Freiheit nicht zerstören. Was uns noch trennt, darf nicht zerstören, was uns eint.

Die zwölf neuen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, die die Einbürgerungsurkunde erhielten stammen aus Griechenland, Russland, Belarus, Bosnien-Herzegowina, Türkei, Madagaskar und Rumänien. In diesem Jahr war es die erste Einbürgerungsfeier im Kreistagssaal des Landratsamtes Waldshut. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1058 Personen aus 83 Ländern im Landkreis Waldshut eingebürgert.