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Agarplatten mit Bakterien

MRE-Netzwerk

MRE steht für multiresistente Erreger. Dies sind Erreger, meist Bakterien, die gegenüber einer Vielzahl von Antibiotika nicht mehr empfindlich sind. Infektionen mit diesen Erregern sind mit herkömmlichen Antibiotika oder auch mit Reserveantibiotika oft nicht mehr zu therapieren und gehen mit einer hohen Krankheitslast einher, verlaufen leider oft auch tödlich.

Die Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen schreitet weltweit fort und hat sich zu einem gravierenden Problem der öffentlichen Gesundheit entwickelt. Sowohl die WHO, weitere internationale Organisationen wie auch die Bundesregierung mit dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Robert Koch Institut messen der Vorbeugung und der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen eine hohe Priorität zu.

Das MRE Netzwerk Hochrhein wurde 2010 gegründet. Es ist ein Zusammenschluss von stationären, ambulanten und weiteren Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegewesens des Landkreises Waldshut mit dem übergeordneten Ziel, der Ausbreitung von MRE entgegenzuwirken und diese zu bekämpfen. Angestrebt ist eine Verbesserung der regionalen und überregionalen Zusammenarbeit bei der Versorgung von Menschen mit MRE. Dies gilt insbesondere beim Übergang zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Darüber hinaus soll MRE-Trägern ein weitgehend uneingeschränkter Zugang zu therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen ermöglicht werden.

Kontinuierliche Fortbildungen, umfassender Informationsaustausch und die Aufklärung und das Einbeziehen aller Beteiligten sind wesentliche Aspekte der Arbeit des Netzwerkes, die dazu beitragen können, der Ausbreitung von MRE entgegenzuwirken.

Das MRE-Netzwerk Hochrhein ist Mitglied des MRE-Netzwerk Baden-Württemberg.

Gerne möchten wir Sie dazu einladen, aktiv im MRE-Netzwerk Hochrhein mitzuarbeiten und dem Netzwerk beizutreten.

Die Satzung und die Beitrittserklärung können Sie hier einsehen:

 

Logo des MRE-Netzwerks im Landkreis Waldshut

Ansprechpartner:

Frau Eva-Maria Seither

Telefon: +49 7751 86 5101

Häufige Fragen zu MRE

Welche MRE gibt es?

Beispiele für Erreger mit Vielfachresistenz sind:

MRSA=Methicillin-resistente Staphylokoccus aureus

Staphylokokken gehören zur normalen Haut- und Schleimhautflora. Schädlich sind sie, wenn sie ins Gewebe dringen und sich vermehren. Bei MRSA bestehen Antibiotikaresistenzen, die dazu führen, dass bestimmte Antibiotika, die in der Therapie dieser Infektionen eingesetzt werden, wirkungslos sind. Staphylococcus aureus verursacht weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen.

VRE=Vancomycin-resistente Enterokokken

Enterokokken sind Bakterien, die zur normalen Darmflora gehören. Manchmal können sie Infektionen hervorrufen, die über Jahre, selbst wenn andere Antibiotika unwirksam waren, mit Vancomycin behandelt werden konnten. Zuletzt entwickeln immer mehr Enterokokken auch eine Resistenz gegenüber Vancomycin und Infektionen mit VRE sind immer schwerer zu behandeln.

MRGN=multiresistente gramnegative Stäbchen-Bakterien

Sowohl im Darm wie auch auf Haut und Schleimhäuten kommen Bakterien, die wie Stäbchen aussehen und sich mit der Gramfärbung nicht anfärben lassen. Zu diesen Keimen gehören Darmbakterien (=Enterobakterien, zum Beispiel Escherichia coli oder Enterobacter) und andere Keime wie zum Beispiel Klebsiellen, Acinteobacter oder Pseudomonas.

Diese Keime können gegen mehrere Antibiotikawirkstoffgruppen resistent sein und werden als 2 MRGN, 3 MRGN oder 4 MRGN bezeichnet, je nach Zahl der unwirksam gewordenen Wirkstoffgruppen.

MRGN erregen meist nur dann zu Erkrankungen, wenn sie außerhalb ihres natürlichen Standorts vorkommen, zum Beispiel bei Lungenentzündungen, Harnwegsentzündungen, Wundinfektionen oder Blutvergiftungen.

Wie entstehen MRE?

Bei der Zellteilung kann sich das Erbgut von Bakterien so verändern, dass diese gegen Antibiotika resistent werden. Auch können Bakterien untereinander Informationen und Resistenzgene austauschen und weitergeben. Wichtig bei der Entstehung von Multiresistenzen ist der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika, zum Beispiel bei Gabe von Antibiotika bei viralen Erkrankungen, zu niedriger oder zu kurzer Dosierung. Auch der hohe Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung trägt zu der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei.

Wie werden MRE übertragen?

MRE werden meist über die Hände direkt von einer Person auf die andere übertragen. Gelegentlich sind MRE auch in der Umgebung von betroffenen Menschen zu finden, zum Beispiel auf kontaminierten Gegenständen oder Flächen. Auch eine Infektion über Tröpfchen oder Aerosole ist, wenn auch selten, bei einigen MRE möglich.

Wo treten MRE-Infektionen gehäuft auf?

MRE treten gehäuft in Einrichtungen auf in denen viele kranke und geschwächte Menschen betreut werden, also in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Gefahr einer Infektion mit MRE ist in den Krankenhäusern am höchsten.

Wann sind Infektionen mit MRE besonders gefährlich?

Für gesunde Menschen ist der Kontakt zu MRE meist ungefährlich. Gesunde Menschen können MRE in sich tragen, ohne dies zu wissen und ohne selbst zu erkranken. Bei Operationen können hier die MRE in die Wunde eindringen und eine Infektion auslösen. Gesunde Menschen können MRE auf andere übertragen.

Gefährlich sind MRE besonders für Menschen mit einer Abwehrschwäche, also ältere Menschen oder Menschen, die aufgrund einer Erkrankung oder Behandlung (zum Beispiel bei einer Krebserkrankung oder einer Autoimmunerkrankung) immunsupprimiert sind.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine MRE-Infektion?

  • Klinikaufenthalt in den letzten 6 Monaten
  • Aufenthalt in einem Pflegeheim
  • Dauerhafte Pflegebedürftigkeit
  • Antibiotikatherapie in den letzten 6 Monaten
  • Offene, schlecht heilende Hautwunden
  • Dauerkatheter, zum Beispiel in der Blase
  • Erkrankungen oder Medikamente, die das Abwehrsystem schwächen
  • Infektionen mit MRE kommen gehäuft vor in Einrichtungen, in denen viele kranke und geschwächte Menschen betreut werden, vorwiegend in Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Wie lassen sich MRE-Infektionen vermeiden?

  • Einhalten von Hygieneregeln, insbesondere durch gute Händehygiene, regelmäßiges Hände waschen, gegebenenfalls auch Händedesinfektion und gute Umgebungshygiene.
  • Umsetzung von Hygienemaßnahmen gemäß den Empfehlungen der Fachgesellschaften und des RKI
  • Untersuchung von Risikopatienten und gegebenenfalls Therapie oder Sanierung der betroffenen Person vor, während oder nach einem stationären Aufenthalt
  • Aufklärung von Betroffenen und deren Angehörigen
  • Gute Zusammenarbeit und Kommunikation unter allen mit der Versorgung von MRE-Betroffenen befassten Einrichtungen

Flyer, Merkblätter, Informationen