Im Landkreis Waldshut zeichnet sich sowohl im hausärztlichen als auch im fachärztlichen Bereich ein erheblicher Ärztemangel ab. Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die ambulante medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Bisher ist es allerdings nicht in ausreichendem Maße gelungen, dem drohenden Ärztemangel in unserem ländlichen Raum entgegen zu wirken. Aufgrund der von vielen Seiten wahrgenommenen Aktualität und Brisanz dieses Themas möchte der Landkreis Waldshut gemeinsam mit den Verantwortlichen Wege finden, eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis auch in Zukunft zu sichern.
Patient Hochrhein
Im Jahr 2019 wurde die Imagekampagne "Patient Hochrhein - Der Landkreis Waldshut sucht medizinische Unterstützung" entwickelt und gestartet. Sie ist das Ergebnis mehrerer Workshops unter der Beteiligung von Kommunalpolitikerinnen und -politikern sowie der Ärzteschaft des Landkreises. Die Inhalte der Kampagne sind auf der Homepage zu finden.
Hebammenförderung
Der Landkreis Waldshut fördert seit dem Jahr 2018 angehende Hebammen mit Bezug zum Landkreis finanziell. Hintergrund dafür sind die zunehmenden Engpässe in der flächendeckenden Versorgung von Schwangeren. Ziel der Förderung ist es, die Verbindung der Studierenden zum Landkreis Waldshut während des Studiums aufrechtzuerhalten, um eine berufliche Tätigkeit hier zu begünstigen. Die Hebammenförderung ist ein Ergebnis des Runden Tisches zur „frauenärztlichen und geburtshilflichen Versorgung im Landkreis Waldshut“.
Die geförderten Hebammenschülerinnen erhalten pro Halbjahr jeweils 400 Euro. Das Geld ist vor allem für die Beschaffung von Fachliteratur und als Fahrtkostenzuschuss gedacht. Die wichtigste Fördervoraussetzung ist, dass die Studierenden aus dem Landkreis Waldshut stammen oder eine feste Verbindung zum Landkreis besteht. Alle an der Förderung Interessierten werden zu einem Kennenlerngespräch eingeladen, bei dem erste Kontakte geknüpft und auch nicht-finanzielle Unterstützung angeboten werden. Laut Beschluss des Sozial- und Gesundheitsausschusses (August 2022) können bis zu 14 Studierende gleichzeitig gefördert werden.
Ihre Bewerbung mit Motivationsschreiben und Lebenslauf nehmen wir gerne jeweils bis zum 15. Februar bzw. 15. August eines jeden Jahres entgegen. Bitte senden Sie diese an gesundheitskonferenz@landkreis-waldshut.de.
Auch für Fragen oder sonstige Anmerkungen stehen wir gerne zur Verfügung.
Modellregion für ärztliche Ausbildung
Seit 2024 ist der Landkreis Waldshut „Modellregion für ärztliche Ausbildung“. Das Modellprojekt richtet sich an Medizinstudierende der Universität Freiburg. Diese erhalten die Möglichkeit, für zwei Wochen in einer Hausarztpraxis im Landkreis Waldshut zu hospitieren. Sie sollen die ärztliche Tätigkeit in ländlichen Regionen kennenlernen und für die spätere Arbeitsplatzwahl im Landkreis Waldshut motiviert werden.
Neben einem attraktiven fachlichen Rahmen gibt es die Möglichkeit, den Landkreis mit seinen vielseitigen Freizeitangeboten erleben zu können. Den Studierenden wird während der Hospitation eine Unterkunft sowie ein ÖPNV-Ticket gestellt. Außerdem werden die Studierenden zu einem gemeinsamen Abendessen in einer Gastwirtschaft eingeladen, um sich über den Verlauf der Hospitation sowie das Rahmenprogramm und sonstige spannende Themen auszutauschen. Die Hospitation ist in zehn Lehrpraxen möglich.
Die Liste sowie Kontaktdaten der Lehrpraxen finden Sie hier:
Net(t)walking – Ärztliche Netzwerkwanderung
Jährlich sind alle Ärztinnen und Ärzte zur ärztlichen Netzwerkwanderung „Net(t)walking“ eingeladen. Dabei trifft sich die Gruppe in wechselnden Gegenden rund um den Landkreis Waldshut, um dort zu wandern und sich untereinander auszutauschen. Außerdem besuchen die Ärztinnen und Ärzte Museen oder Kliniken, um an medizinisch relevanten Vorträgen oder Ausstellungen teilzunehmen. Ziele der letzten Jahre waren unter anderem die Laufenburger ACHT, der Geißenpfad bei Menzenschwand und der Zürichberg. Am 22.06.2025 führt das Net(t)walking alle Interessierten nach Basel, wo die Ausstellung „Verrückt normal“ zum Thema psychische Gesundheit besichtigt werden kann.
Das Net(t)walking bietet eine anregende und zwanglose Gelegenheit zum Austausch für Teilnehmende aller Altersgruppen.
Ansprechpersonen:
Nils Erley und Pia Vetter
Telefon: +49 7751 86 5101
Projektstudien zur ambulanten medizinischen Versorgung
2017
Im Auftrag des Landkreises führten Expertinnen und Experten der Universitätskliniken Tübingen und Lübeck aus dem Bereich Versorgungsforschung eine wissenschaftliche Projektstudie im Landkreis Waldshut durch. Ziel dieser Studie war die Analyse der derzeitigen und künftigen medizinischen Versorgungssituation und die Formulierung von Handlungsempfehlungen zur Sicherung der Versorgung. Daneben waren die Erhebung der Bedürfnisse der Kreisbewohnerinnen und -bewohner sowie die Identifizierung geeigneter Standorte für künftige medizinische Versorgungseinrichtungen weitere Schwerpunkte.
Die Endfassung des Projektberichts können über den nachfolgenden Link eingesehen werden:
2023
Von den im Abschlussbericht aus 2017 empfohlenen Maßnahmen wurde vor der Corona-Pandemie bspw. „Patient Hochrhein“ umgesetzt. Damit soll eine Willkommenskultur im Landkreis etabliert werden.
Der Lenkungskreis der Kommunalen Gesundheitskonferenz hat sich entschieden, die Ergebnisse von 2017 unter der Perspektive der damaligen Situation zu beleuchten, um Maßnahmen priorisiert zu identifizieren, die umgesetzt werden können und sollten. Ziel der von April bis Juli 2023 durchgeführten Workshops und Gespräche war daher die Identifikation und der Anstoß zu Maßnahmen für die wohnortnahe Versorgung der Zukunft im Landkreis Waldshut.
Die Ergebnisse der Gespräche können im über den nachfolgenden Link eingesehen werden:
Studiengang Physician Assistance (B. Sc.)
Auf Impuls des Landkreises Waldshut hin bietet die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) seit Oktober 2024 den Bachelorstudiengang Physician Assistance an. Dabei handelt es sich um ein sechssemestriges duales Studium, bei dem sich Lehrveranstaltungen an der Hochschule und Praxisphasen in einer Einrichtung des Gesundheitswesens abwechseln. Das Studium bietet Fachkräften mit einer abgeschlossenen Ausbildung in den traditionellen Gesundheitsberufen eine attraktive Möglichkeit zur Weiterqualifizierung.
In vielen Ländern sind Physician Assistants schon längst fester Bestandteil in ärztlichen Teams. Zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Landkreis setzt man auf die Unterstützung durch Physician Assistants. Informieren Sie sich über den Studiengang hier:
Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin
Ziel des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin ist, Ärztinnen und Ärzte bestmöglich auf ihrem Weg zum Facharzt/zur Fachärztin für Allgemeinmedizin zu begleiten.
Weitere Informationen finden Sie hier: